#01 - Inverness bis Evanton

Nach meinem ersten schottischen Frühstück - als Service bekommt man im Zug ein Getränk und einen Müsliriegel - und mit den am Fenster vorbeiziehenden Caingorms startete ich in Inverness. 

Nun ja, es regnete. Also erstmal zum Anfangspunkt der Tour, dem Schloss von Inverness. Das wird gerade gebaut, so dass ich erstmal eine Runde um den Berg musste, um den Anfang hintern Bauzaun wenigstens zu sehen. Noch ein Selfi über das meine Tochter bestimmt wieder sagen wird, dass ich da immer sehr verkrampft aussehe, und los ging’s. Erstmal zur Post, weil wir zuhause noch einen alten Geldschein gefunden hatten und ich rausgekriegt habe, dass man den hier tauschen kann. Hatte ich schon mal gesagt, dass der Euro eine Supererfindung ist?! 

So, jetzt aber raus aus der Stadt, erst kleine Häuser, dann ein großes Gewerbegebiet und nach ein paar Kilometern stand ich an der Kessock-Bridge, die den Autoverkehr nach Norden bringt und mich jetzt auch. Dort die Böschung hochgekrabbelt, um den riesigen Umweg zu sparen raus aus der Stadt. Nach der Brücke ging der Weg endlich von der Straße runter und ich kletterte einen Hang hinauf in den Wald. Danach waren meine Hosen komplett nass, da ich mir dachte, dass man für den Weg aus der Stadt ja keine Gamaschen braucht. Weiter ging’s an Schafweiden vorbei - eingezäunt mit Stacheldraht - zwischen Wald und Schafsweide entlang - links und rechts Stacheldraht. Dazwischen Farn und Gras was höher ist als ich und wirklich nass war. Zu nah am Zaun darf man nicht gehen, um Jacke und Rucksack nicht zu gefährden. 

In Munlochy traf ich einen anderen Wanderer, der heute noch bis Alness wollte. Ich würde im Dorf vorher Schluss machen - mehr als 35 km sind genug. Die Verständigung hier ist manchmal etwas einseitig. Sie verstehen, was ich sage, aber da ich die Fragen oft nicht verstehe, erzähle ich das, was mir gerade einfällt, was dann erstmal zu verständnislosen Blicken auf der anderen Seite führt. Aber natürlich sind die viel zu höflich, sich etwas anmerken zu lassen. Manche reden deutlich, da kann man sogar ein Gespräch führen. Auf jeden Fall grüßt man höflich auf der Straße. 

Der Tag war lang und nach Colbokie musste ich nochmal auf die Schnellstraße, um die 2. Brücke zu überqueren. Danach ging der Weg über ein eigentlich gesperrtes Gelände, aber ich war so fertig, dass ich keine Umwege mehr akzeptierte und glücklich war, am Campingplatz anzukommen. Fazit des Tages: Der ganze Asphalt, den man laufen muss, tut den Füßen nicht gut. Ich bin über jedes Stück Wald- oder Feldweg glücklich, die sind jedoch sehr selten. Ich hoffe, dass es bald besser wird.



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