Anreise - Von Eberswalde nach Inverness in 26 Stunden

Zum Frühstück hatten wir noch nachgeschaut. Der RE3 aus Schwedt ist losgefahren, keine Meldungen - alles gut. Auf dem Bahnhof dann die Durchsage, dass der Zug 10 min später kommt. Na, das passt ja noch mit den ICE. Aber als dann auf einmal 30 min Verspätung an der Anzeigetafel stand, dachte ich, dass schon der erste Umstieg des Tages nicht klappt. Und mir stand eine 26-stündige Zugfahrt bis Inverness bevor. Aber glücklicherweise kam der Zug dann doch mit nur 10 min Verspätung, so dass alle Umstiege bis Brüssel geklappt haben. 

Der Bahnhof Brüssel Midi ist ein reines Chaos. Ich brauchte eine Weile, bis ich den Eurostar-Bereich gefunden habe. Und dann der zweite Schock des Tages: Taschenmesser und Gaskartuschen sind im Eurostar verboten. Das Gepäck wird wie auf dem Flugplatz gescannt. Wer erwischt wird, dem wurde auf riesigen Schildern gleich mal Festnahme und Bußgeld angedroht. Ich gab meine Gaskartusche ab und sehr schweren Herzens auch mein Taschenmesser. Das hatte mich immerhin bis zum Nordkapp begleitet und landete jetzt in Brüssel in der Tonne.

Vor allem musste ich schauen, wo ich in London wieder Gas und ein Messer herbekomme. Alex schrieb mir, dass bis 19 Uhr noch ein Outdoorladen in der Nähe des Bahnhofs offen hat. Da ich kurz vor 18 Uhr da sein sollte, würde das passen. Aber dazu später. Erstmal musste ich noch durch die Passkontrolle. Irgendwie bin ich sehr froh über unsere EU und dass man den Quatsch an den Grenzen nicht mehr hat. Müssen die Zollbeamten immer so grimmig kucken? Ist das Teil der Stellenbeschreibung? Und nach der Kontrolle bei der Polizei musste man noch durch einen Gesichtsscanner durch, der den Ausweis eingelesen hat und mit dem Kamerabild verglichen. Passte bei manchen nicht auf Anhieb… 

Nach der ganzen Sache landet man in einem riesigen Duty-Free. Und der Ausgang zu den Bahngleisen ist der Kassenbereich des Duty-Free-Shops. Also mehr Kommerzialisierung geht bald nicht mehr. Nach 20 min anstehen in der obligatorischen Duty-Free-Parfümwolke durften wir in den Zug. Nur leider fuhren wir nicht los, weil wir noch auf Reisende aus Rotterdam warten mussten. Diese kamen dann über eine halbe Stunde später und mein Zeitfenster um den Outdoorladen in London zu finden, hatte sich auf 25 min reduziert. Aber es klappte - der Outdoorladen hatte die passende Gaskartusche und der Küchenladen untendrunter ein Taschenmesser. Nun noch Lebensmittel einkaufen und zum anderen Bahnhof laufen, von wo ich dann mit dem Caledonian Sleeper nach Inverness fuhr. Das war sehr angenehm und ich habe sogar ein bisschen geschlafen, so dass ich fit meine Tour starten konnte. 



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